Brandon Moreno: Ich war schon vorher bereit für die Titelchance
Keine drei Wochen ist es her, dass Brandon Moreno seinen Platz in der Rangliste der Fliegengewichte mit einem Sieg über Brandon Royval zementierte. Am Samstag kann er dann seinen Titeltraum gegen Deiveson Figueiredo wahr machen. Der 26-Mexikaner freut sich über seine Titelchance, auch wenn er nicht damit gerechnet hat, dass sie sich so plötzlich ergibt.
Ursprünglich wollte Moreno nach seinem schnellen Sieg über Brandon Royval bei UFC 255 entspannen und ein wenig Dampf ablassen, dann kam jedoch alles anders. „Wir saßen bei meinem Manager beim Essen eingeladen, als der Anruf von UFC-Matchmaker Mick Maynard kam“, erklärte Moreno. „Ich hatte gerade einen Burger von Shake Shack auf dem Teller. Es war verrückt.“
„Es war komisch. Nachdem ich das Datum bekommen habe, habe ich die Tage heruntergezählt und mir fiel auf, dass es nur drei Wochen sind. Aber mein Trainer hat mir versichert, dass ich bereit bin. Ich habe keine Verletzungen und es ist die Chance meines Lebens, ich soll es genießen und einfach machen. Ich habe mich schon vor dem Kampf gegen Royval für eine Titelchance bereit gefühlt, also habe ich angenommen.“
Moreno hatte sich bereits vor UFC 255 auf dem Weg zu einem Titelkampf gesehen, nachdem er sich gegen Jussier Formiga und Kai-Kara France durchgesetzt und auch im Unentschieden gegen Askar Askarov gut ausgesehen hatte. Stattdessen bekam Perez den Zuschlag nach Cody Garbrandts Ausfall. Der schnelle Termin spielt Moreno nun in die Karten, glaubt er.
„Ich glaube, die Vorteile liegen bei mir. Ich mag es nicht, lange zu warten und das wird mein dritter Kampf in diesem Jahr. Natürlich muss ich schnell wieder Gewicht machen und wer weiß, ob ich da in der Zukunft nicht gesundheitliche Probleme bekomme, aber jetzt ist es mir egal.“
Schließlich muss auch Figueiredo Gewicht machen. Der Brasilianer verpasste bereits im Februar eine Titelchance gegen Joseph Benavidez, indem er zu schwer zur Waage erschien. Davon ab wirkt der Brasilianer in diesem Jahr jedoch unbezwingbar. Zwei Mal wischte er mit Benavidez den Boden des Octagons auf und auch gegen Alex Perez machte er früh den Sack zu. Für Moreno jedoch kein Problem, jeder ist für ihn schlagbar.
„Er sieht fantastisch aus, offensichtlich. Ich glaube aber, dass Perez ein paar gute Treffer hatte, bevor er in der Submission gelandet ist. Figueiredo ist sehr gut und hat sofort einen engen Griff bekommen. Er sah stark aus, aber das spielt keine Rolle. Ich habe hart für diese Möglichkeit gearbeitet. Ich werde reingehen und keinen Respekt vor seinen Fähigkeiten haben. Ich respektiere ihn als Athlet, aber sobald wir ihm Käfig sind, habe ich keinen Respekt mehr vor seinem Können. Ich will ihm alles nehmen und es in meiner Hand haben.“
Der Mexikaner lässt sich dabei auch nicht von Trash-Talk-Versuchen des Champions aus dem Konzept bringen. Der Brasilianer fühlte sich von vorherigen Aussagen Morenos persönlich angegriffen, doch der Herausforderer weiß nicht einmal, wovon Figueiredo spricht und vermutet andere Gründe dahinter.
„Ich weiß nicht, was mit Figueiredo vorgeht. Er lügt. Ich verstehe, dass er kein Englisch versteht und Wallid Ismail als Dolmetscher braucht. Und ich kenne Wallid nicht gut, er scheint ein guter Kerl zu sein, aber wenn er für ihn übersetzt, fängt er an, viel zu erzählen. Ich glaube, jeder weiß, dass Wallid Figueiredos Worten etwas hinzufügt. Es ist für mich nicht persönlich. Ich glaube, dass er versucht, für den Boss Tickets zu verkaufen und Trash Talk zu betreiben, aber er lügt. Das ist okay, im Käfig ist es nie persönlich für mich.“
Doch auch Moreno kann nicht verheimlichen, dass der Titelkampf nicht nur sportliche Bedeutung hat. Wenn nicht nur für ihn, dann zumindest für seine Fans aus Mexiko.
„Die Leute in Mexiko sind so aufgeregt wegen des Kampfs gegen Figueiredo. Dazu noch Tony Ferguson gegen Charles Oliveira, die Leute in Mexiko sind einfach froh. Um den Titel zu kämpfen, damit schreibe ich Geschichte für Mexiko. Es zeigt den Leuten, dass man in diesem Sport Erfolg haben kann.“
