Auf dem Weg zum Super-Champion
Marco Huck (43-2-1, 25 K.o.) gehört zu den selbstbewusstesten Boxern Deutschlands, seine Fans nennen ihn charismatisch, seine Kritiker ein Großmaul. Auf eines können sich beide Fraktionen einigen: Huck hat mit seinen 27 Jahren bereits einiges erreicht. Im Alter von 23 Jahren wurde er in Halle/Westfalen Cruisergewichts-Weltmeister der WBO. Nun, drei Jahre später, will er seinen Titel dort zum zehnten Mal verteidigen und sich somit zum Super-Champion krönen lassen.
Im Weg steht ihm dabei der 42-jährige Ex-Weltmeister Firat Arslan (32-5-2, 21 K.o.). Der ist zwar 15 Jahre älter als Huck und befindet sich damit bereits im Herbst seiner Karriere, ist jedoch bekannt als unermüdlicher Arbeiter und Trainingsfanatiker – im Gegensatz zu Huck. Arslans letzter Kampf war ein fragwürdiges Unentschieden gegen Alexander Alekseev, davor konnte er drei Siege in Folge einfahren.
Auch Huck trennte sich von seinem letzten Gegner nur unentschieden, Pflichtherausforderer Ola Afolabi verlangte dem Champion im Mai alles ab. Drei Monate vorher unterlag er in seinem Schwergewichtsdebüt seinem Stallkollegen Alexander Povetkin knapp nach Punkten.
Weder Huck noch Arslan sind als große Techniker bekannt geworden, während Rechtsausleger Arslan aber methodisch hinter seiner Doppeldeckung wartet und vor allem mit kurzen Haken zu Kopf und Körper attackiert, ist Huck der offensive Puncher, mit offenem Visier – aber auch guten Nehmerfähigkeiten.
Zuletzt machte Huck Schlagzeilen mit einem Fünf-Millionen-Euro-Angebot an Wladimir Klitschko (GnP berichtete). Bevor es zu einem solchen Kampf kommen kann, muss er jedoch erst einmal gegen Arslan beweisen, ob er tatsächlich das Zeug zum Super-Champion besitzt.
Im Vorprogramm wird Halbschwergewicht Dustin Dirks (25-0-0, 19 K.o.) zeigen müssen, ob der Hype um ihn gerechtfertigt ist. Der 23-Jährige gilt als harter Puncher, sah in seinem letzten Kampf im August aber wenig spektakulär aus und hatte teils arge Probleme mit seinem georgischen Gegner Sandro Siproshvili. Zwar konnte er letztlich trotzdem einen vorzeitigen Sieg einfahren, seine Performance hinterließ jedoch Zweifel. Am Samstag muss er gegen den Brasilianer Cleiton Conceicao (18-4-2, 14 K.o.) ran.
Edmund Gerber (21-0-0, 15 K.o.) ist eines der vielversprechendsten Schwergewichte Europas, am Samstag wird er versuchen, seinen 22. Sieg im 22. Profi-Kampf einzufahren. Sein Gegner ist der Amerikaner Darnell Wilson (24-15-3, 20 K.o.), der zuletzt vor allem als Aufbauhilfe bei Universum-Events Niederlagen sammelte. Für Gerber wird es langsam Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und größere Gegner zu schlagen.
Robert Woge (9-0-0, 8 K.o.) und David Graf (8-0-0, 6 K.o.), beides zwei ungeschlagene schwere Jungs aus dem Hause Sauerland, besetzen den Mittelteil der Card, während mit Tyrone Zeuge (3-0-0, 3 K.o.) und Enrico Kölling (1-0-0) zwei vielversprechende Berliner den Kampfabend in Halle eröffnen. Beide haben lange Amateurkarrieren hinter sich, für Zeuge ist es bereits der vierte Auftritt als Profi, für Kölling der zweite.
Die gesamte Fightcard im Überblick:
Marco Huck vs. Firat Arslan
3. November 2012
Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen
WBO Weltmeisterschaft im Cruisergewicht
Marco Huck vs. Firat Arslan
Vorprogramm
Dustin Dirks vs. Cleiton Conceicao
Edmund Gerber vs. Darnell Wilson
Robert Woge vs. Serhiy Demchenko
David Graf vs. Blanchard Kalambay
Tyron Zeuge vs. Matingu Kindele
Enrico Koelling vs. Ivan Maslov
